Sonntag, 28. Januar 2018

Vom Sprießen

Ich habe mir geschworen, nicht mehr ungeduldig zu sein. Nicht schon Anfang Februar jedes modrige Blatt umzudrehen um nach frischen grünen Triebspitzen zu suchen. Nicht in jedem Vogelgepiepse ein Frühlingslied zu vermuten. Nicht bei minus zwei Grad durch den Garten zu tigern und nach Knospen zu suchen. Und vor allem nicht mehr zu versuchen, Knospen mit den Fingern zu öffnen. (Ja, ich weiß, das klingt gar nicht lieb und nett, aber seit meiner Kindheit verspüre ich immer den Drang in Knospen hineinzuschauen und ein wenig nachzuhelfen, damit sie sich endlich öffnen. Zu eurer Beruhigung sei erwähnt, dass ich dem kaum mehr nachgebe.) In stoischer Winterstarre wollte ich verharren, Schneeweiß und Grau in Grau lieben lernen und abwarten und Tee trinken. 
Tja, was soll ich sagen – es ist wieder einmal so weit: Ich sehe überall nur noch Grün. Die verirrte, verwirrte Biene ist schuld, die mir am Donnerstag plötzlich um die Nase geflogen ist. In mir sprießt unaufhaltbar unbändige Frühlingslust. Jetzt ist es zu spät. Ich habe sie entdeckt, die ersten blühenden Schneeglöckchen im Auwald. Und im Garten knospen sie auch schon. Die Frühlingsknotenblumen, die Narzissen, die Tulpen strecken ihre Spitzen aus der Erde. Die Lenzrose, Helleborus orientalis, beginnt sich zu öffnen. Die Palmkätzchen werden immer flauschiger. Und die Magnolienknospen schwellen verheißungsvoll an. Die Vögel zwitschern plötzlich so hell, mein Herz stimmt ein. Und irgendwo dort hinten kichert er, der Frühling.















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Kommentare:

  1. Liebe Veronika,
    wie Recht hast Du, das Herz stimmt ein, und der Frühling kichert tatsächlich schon irgendwo dort hinten. So fühle ich mich auch. Es ist erstaunlich, was für eine große Wirkung die kleinen und zierlichen Frühlingsboten auf uns ausüben.
    Hab eine schöne Woche!
    Loretta

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  2. Das ist ganz verständlich Veronika - ich hab immerhin auch schon grüne Spitzen in einem der Beete entdeckt ---- bald ist es soweit!
    Zauberhafte Fotos!
    Schöne neue Woche!

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  3. es könnte bald so weit sein wer weis es eher wie wir die Blumen es sind...
    bezaubernde Blumenbilder die einen träumen lassen vom Frühling!
    Schönen Wochenstart wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  4. .. und ich habe mit gekichert ;)
    herrlich geschrieben
    und sehr schöne Bilder ....hoffentlich kommt es nicht so wie letztes Jahr
    dass der Winter sich ellenlang zieht
    liebe Grüße
    Rosi

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  5. Unfassbar..., wo ich doch dieses Jahr den Winter in einer schneesicheren Gegend verbringen wollte, Pustekuchen, kein Schnee und der Ruf der Amsel klingt auch irgendwie nach Frühling. Lieben Gruß Ghislana

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  6. Der Text könnte von mir sein .... nicht der schönen Formulierung wegen, nein, weil ich mir genau das Gleiche vorgenommen habe. Bis jetzt war ich ganz tapfer und habe gestern nur ein wenig fotografiert! Aber wer weiß, wie lange ich dies noch durchhalten kann! Vielen Dank für diesen wunderbaren Text und die tollen Bilder dazu! LG Marion

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  7. wie schön beschrieben und gezeigt. "Vögel zwitschern plötzlich so hell" man hört endlich wieder musik wenn man in der noch frische luft geht * die rote hellebore ist hier auch wunderschön * habe extra nachgesehen : sie war etwas versteckt ;)
    liebe grüsse

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