Freitag, 14. Oktober 2016

Oktober-Stillleben

Wie sprühende Funken leuchtet die Kapuzinerkresse im Garten. Sie steht nicht in der Vase - sie sieht aus, als wäre sie darüber ausgegossen worden. Eine Feuergirlande, die sich der Oktober um den Hals gelegt hat. Im Arm trägt er einen Kürbis, behutsam, als hielte er die ganze Welt in seinen Händen. Und irgendwie ist das auch so. Rund und reif, sonnensatt und schwer, so bringt er sie sicher vom Sommer in den Winter, gefüllt mit Leben, das auf Morgen wartet. 












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Mittwoch, 12. Oktober 2016

Superhelden Smoothie

Zur Zeit ist alles super. Jeder Supermarkt ist voller Superfrüchte. Es gibt wundersame Superpulver in Intensivgrün und Ultralila und jede Menge Superkörner, Supersamen und überhaupt unglaublich viele Supersachen. Einer der absoluten Superstars ist die Goji-Beere. Hinter diesem wohlklingenden Künstlernamen verbirgt sich die Frucht eines ganz normalen Nachtschattengewäches - die Beere des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum), auch Wolfsbeere genannt. Und so ist das bei all den Superlebensmitteln, eigentlich sind sie alle ganz normale pflanzliche Bewohner dieses Planeten. Ich habe überhaupt nichts gegen das Hervorheben der gesundheitsfördernden Eigenschaften von Früchten und Körnern. Ganz im Gegenteil -die Menschen essen sowieso viel zu viele Schnitzel, Bratwürste, Chips und Schokoriegel. Ein wenig Werbung in Sachen Obst und Gemüse kann also gar nicht schaden. Kritisch wird es dann, wenn die Superfoods plötzlich so etwas wie ewiges Leben versprechen und zu Apothekerpreisen über den Ladentisch - oder über die Supermarktkassa - gehen. Und wenn sie von weit weit herkommen, durch die ganze Welt geflogen werden, während es auch hier jede Menge Nahrungsmittel gibt, die den Superlativ in Sachen Gesundheit verdienen.

Leider wachsen viele tolle Gewürze hier nicht. Ingwer, Kurkuma und Pfeffer zum Beispiel, die ich liebe und täglich verwende. Ich habe bereits versucht, Ingwer zu kultivieren. Das Ergebnis war allerdings eher mickrig. Beim Bocksdorn ist das ganz anders. Auch wenn er ursprünglich aus Asien stammt, so hat er sich hier schon lange breit gemacht (Vorsicht, er kann leicht zur Plage werden) und überwuchert Böschungen und Hänge. Ich habe ihn auch im Garten, muss ihn aber sehr im Zaum halten, denn er verbreitet sich rasant. Zum Glück sind auch seine jungen Blätter als Gemüse sehr schmackhaft.

Die Beeren gebe ich frisch in Smoothies oder trockne sie. Roh und pur gegessen sind sie ziemlich säuerlich und leicht bitter. Gemischt mit anderen Früchten ist ihr Geschmack allerdings sehr angenehm. Hier zeige ich euch einen Smoothie mit frischen Bocksdorn-Beeren. Wenn ihr möchtet, dürft ihr auch gerne Goji-Beeren zu ihnen sagen :D

Der Trunk ist mein persönlicher Superbowl und enthält all die ernährungstechnischen Helden meines Alltags. Nein, ich sage jetzt nicht, dass ihr die ab jetzt täglich zu euch nehmen müsst, damit ihr jünger, klüger und schöner werdet, höher, weiter oder schneller fliegt/kommt/springt oder gar tausend Jahre lebt. Ich sage nur, dass ich sie mag, sie mir schmecken und guttun und dass man Freude, Gesundheit, Wohlbefinden und Genuss nicht kaufen kann. Vielleicht aber kann man sie säen und ernten oder suchen und pflücken. In diesem Sinne Prost!





Superhelden Smoothie

für 2 Personen

1 Handvoll Grünkohl
1 Handvoll Brennesselspitzen
einige Schafgarbenblätter
1 Zweig Oregano
1 Stück Ingwer, etwa 2 cm groß
1/2 Grapefruit
1 reife Banane
1 EL Bocksdorn-Beeren (frisch oder getrocknet)
1/2 TL Kurkumapulver
1/4 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Leinsamen

200 - 400 ml Wasser
je nachdem wie flüssig der Smoothie sein soll












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Dienstag, 11. Oktober 2016

Nordwind

Kühle Tage haben, so sehr ich mich vor kurzem, einen Fuß noch im Sommer, dagegen gewehrt habe, ihre ganz eigene Schönheit. Die Welt versinkt im Nieselregen, der Nordwind macht die Blätter kupfergolden und die Wangen rot, wickelt uns in Schals und setzt uns Mützen auf. Macht Lust auf Bratkartoffeln, heiße Suppen und knisterndes Feuer. Steckt uns die Hände in die Manteltaschen und lässt uns schneller nachhause gehen.
Die Ohrringe, die ich auf den Fotos trage, sind aus Schwarznussholz gemacht. Sie haben einen kühlen, fast winterlichen, Ton, der gut zu hellen Strickwesten, -hauben und -schals passt. Zumindest empfinde ich das so :) Und weil sie herrlich leicht sind, flattern sie ein wenig bei meinem Spaziergang im kühlen Herbstwind.











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Freitag, 7. Oktober 2016

Beerentöne

Es ist kalt geworden. Regen, Sturm und Temperaturen nahe dem Nullpunkt könenn den leuchtenden Astern jedoch nichts anhaben. Von zartlila über violett bis dunkelmagenta blühen sie unbeirrt dem Winter entgegen. Hier haben sie sich mit Schopfsalbei und Lavendel zu einem beerenfarbenen Strauß gesellt, der das kühle Wochenende erhellen und Freude verbreiten soll. Ich hoffe, ihr verbringt zwei schöne Tage! 














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Mittwoch, 5. Oktober 2016

Saftiger Kürbiskuchen

In unserem Hof liegt ein kleiner Berg leuchtender Kürbisse aufgetürmt. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, freue ich mich über die bunte Ernte. Und jedes Mal überkommen mich neue Rezeptideen bei ihrem Anblick. Am Sonntag hatte ich dann endlich Zeit, diesen ausführlicher nachzugehen. So entstand ein Küchen mit cremiger Kürbisfülle  - süß, würzig, mit knusprigem Boden. Letzteren stellte ich mir wie einen Mürbteig vor, nur herbstlich aromatisch und zart nussig. Zwei meiner absoluten Lieblingszutaten sind Haferflocken und Mandeln. Die mag ich schon zum Frühstück und sowieso fast immer. Durch das Vorbacken kommt das warme Aroma der Haferflocken besonders gut zur Geltung und verschmilzt perfekt mit dem Geschmack von gerösteten Mandeln und Zimt. Die Fülle macht den Kuchen saftig und unvergleichlich herbstlich-winterlich, was durch die Gewürzmischung aus Kardamom, Nelken, Zimt und Ingwer noch verstärkt wird. Die süße Krönung ist die Schokoglasur, die selbst Kürbisskeptikern über die orangen Tatsachen hinweghilft.





Kürbis-Kuchen

BODEN
1 Tasse Haferflocken
1 Tasse Mandeln, gerieben
1/2 Tasse Sonnenblumenkerne
1 Tasse Datteln, entsteint
1 TL Zimt

FÜLLE
1 kl. Hokkaido
1/2 Tasse Kokosmilch (Dose)
4 EL Agavendicksaft oder Honig*
Saft einer halben Zitrone
1 TL Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer

SCHOKOGLASUR
4 EL Kokosöl
3 EL Kakao
2 EL Agavendicksaft oder Honig*


Die Datteln und die Sonnenblumenkerne knapp mit heißem Wasser bedecken und mindestens eine halbe Stunde einweichen. 

Inzwischen Kürbis waschen, halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Über Dampf weichdünsten oder im Ofen bei 200° C mit einem Gefäß voll Wasser unter dem Blech backen. Abkühlen lassen.

Datteln und Sonnenblumenkerne mit dem Wasser zu einer cremigen Masse pürieren. Mit den Haferflocken, den geriebenen Mandeln und dem Zimtpulver verrühren. Die Masse sollte nicht zu klebrig sein. In diesem Fall noch mehr Haferflocken oder geriebene Mandeln daruntermischen.

Eine Tortenform einfetten, die Masse hineingeben und mit den Fingern in Form drücken. Am Rand sollte sie etwa zwei Zentimeter hochstehen. Mit einer Gabel oft einstechen und bei 150 °C etwa 15-20 Minuten backen.

In der Zwischenzeit den Kürbis zerdrücken und mit der Kokosmilch, dem Agavendicksaft (Honig), dem Zitronensaft und den Gewürzen gut vermischen.

Die Kürbismasse auf dem vorgebackenen Boden verteilen und den Kuchen weitere 20 Minuten bei 150 °C backen.

Bis er fertig ist, könnt ihr die Glasur anfertigen: Dafür das Kokosöl leicht erwärmen, sodass es flüssig wird und mit dem Kakao und dem Agavendicksaft (Honig) verrühren.

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, ein wenig abkühlen lassen und die Schokoglasur darauf mit einem Löffel verteilen. Ganz abkühlen lassen, mit Zimt-, Nelken- und Kardamompulver bestreuen und genießen. 

* Agavendicksaft schmeckt neutraler als Honig. Beide können aber als Süßungsmittel für den Kuchen verwendet werden und es bleibt eurem Geschmack und euren Vorlieben überlassen, für welches ihr euch entscheidet.











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Dienstag, 4. Oktober 2016

Die Nussknackerin

Wusstet ihr, dass ich mich momentan manchmal schäme, meine Hände in der Öffentlichkeit herzuzeigen? Das ist beim Einkaufen oder beim Treffen von Freunden allerdings schwierig, denn für Handschuhe ist es noch zu warm. Nein, mir hat keine böse Fee heimlich in der Nacht neonfarbene Kunstnägel aufgeklebt. Schuld sind die Walnüsse! Die fallen zur Zeit so verlockend von den Bäumen, ganz frisch und noch nass von ihren grünen Schalen. Und weil ich sie so begeistert einsammle, haben sich meine Hände mittlerweile recht unansehnlich gelbbraun verfärbt. Es ist sehr mühsam sie wieder sauber zu bekommen. Ja, und dann fällt ja die nächste Nuss vor meine Füße. Also lebe ich eben mit meinen verfärbten Händen und trage zur Aufmunterung - und zum Ablenken von meinen Händen - schöne große Walnussholz-Ohrringe. Die sind von Streifen in allen möglichen Braunschattierungen durchzogen. Ich liebe die Farbtöne von Nussholz sehr. Es hat so einen seidenmatten Schimmer mit einer so einzigartigen Zeichnung.











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