Dienstag, 29. August 2017

Palingenesis

Ihr früheres Leben als Treppe war anders - ein reges Kommen und Gehen, ein ständiges Auf und Ab, unter dem Trappeln unzähliger Füße; leichtes Schwingen, Knarren, Poltern. Lachen, Rufen, Stimmen aus allen Richtungen. Dann kamen die stillen Jahre, die dunklen, ruhigen. Staubüberzogen, spinnenumwoben im fahlen Dämmerlicht der Scheune, wo Fledermäuse kopfüber schliefen und der Winterwind durch die Ritzen blies. Bis sich das große Tor öffnete. Im weißen Licht geschah die Wandlung, die Wiedergeburt: Die Bretter legten ihre alte Steifheit ab, warfen die Last ab. Das Eckige wurde rund, das Starre konnte plötzlich frei schwingen, schaukeln. Das zweite Leben ist anders - leichter, heller; irgendwie hautnah. 

Ich glaube, die Upcycling-Ohrringe aus Mahagoniholz fühlen sich ganz wohl nach ihrer Reinkarnation aus einer alten Mahagoni-Treppe. Nun sind sie immer in Bewegung, windumspielt, lichtbeschienen. Von der Aufstiegshilfe zum Blickfänger sozusagen. Leicht zu tragen und matt schimmernd, bestechen sie durch ihre schöne Maserung - und durch ihre bewegte Geschichte, ihr früheres Leben.











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Sonntag, 27. August 2017

Von roten Blüten und heißen Steinen

In leuchtendem Rot ist zu meiner Verzückung unser kleiner Granatapfelbaum erblüht. Seine rüschigen zarten Blüten mit den kronenförmigen Kelchblättern sind wirklich absolut bezaubernd. Ich weiß, dass daraus dieses Jahr ganz sicher keine Früchte reifen werden, da es schon viel zu spät ist und der Baum (der eher ein kleiner Busch ist) auch noch viel zu jung. Aber das tut unserer Freude keinen Abbruch. 










Von der Knospe bis zum Endstadium der Blüte ist er einfach so wunderschön anzusehen, dass ich am liebsten hundert Fotos gemacht - und euch gezeigt - hätte. Stattdessen zeige ich euch weiter unten unser Vorgarten-Projekt, an dem wir die letzten Wochen gearbeitet haben. Der Garten soll ein mediterran inspirierter Bereich werden und neben seinen bisherigen Bewohnern, einem Feigenbaum, einem Birnbaum, zwei Granatapfelbäumchen und einem Hibiskus, vor allem Lavendel, Steppensalbei, Frühlingsblumen - und ja, ich gebe es zu - auch Rosen beherbergen. Denn ohne Rosen gibt es für mich keinen Garten, so ist das nun mal :D

Der Garten war ziemlich verwildert und bisher von einem riesigen, leider krankem Marillenbaum überwuchert. Der Baum war zwar während der Blütezeit im Frühling ein schöner Anblick und ein wahrer Blütenmagnet, doch war er für die Größe des Gartens einfach zu mächtig geworden. Seine Äste kratzen am Dach und an den Fenstern, er hatte dem kleinen Birnbaum, der eigentlich schon zwanzig Jahre alt ist, das Licht und jede Möglichkeit zur Entwicklung genommen. Ringsum den Marillenbaum herrschte Wildnis. Da es im Vorgarten durch die Südlage und die Abstrahlung der Hausmauer schwierig war, üppige Blumen zu ziehen und sich gleichzeitig der Feigenbaum prächtig entwickelte und im Winter kaum zurückfror, beschlossen wir, in Hausnähe wärmeliebende Pflanzen zu pflanzen und den Bereich am Zaun entlang, wo es nicht ganz so heiß wird, für die Rosen und ihre Begleiter zu reservieren.

Im Hochsommer wird der Vorgarten höchstens am späten Abend ein einladender Ort sein. Im Frühling und Herbst - und an sonnigen Tagen auch im Winter - ist es aber sehr schön, dort die Sonne zu genießen.

Wir haben also 40 cm Erde ausgehoben, 12,4 Tonnen Schotter geschaufelt, händisch gestampft, ein Splittete angelegt und 8 Tonnen oder 33 m² alte Granitpflastersteine verlegt, die Fugen mit Split gefüllt, das ganze mit einer Rüttelplatte abgerüttelt und dann die Fugen noch mit Quarzsand gefüllt und eingeschlemmt. Der Garten ist noch lange nicht fertig - die Ränder müssen noch betoniert werden, ein neuer Zaun gemacht werden etc. Aber ich bin jetzt schon sehr glücklich, es so weit geschafft zu haben. Pflastern ist nämlich ziemlich anstrengend und Schotterschaufeln auch :D Das Verlegen der Steine hatte allerdings, trotz Hitze und vom Gewicht des Granits schmerzender Finger und Gelenke, etwas sehr Meditatives. Über mir verströmte der Feigenbaum seinen mediterranen Duft, die Sonne glühte und abends zirpten die Grillen ihre ohrenbetäubenden Lieder, dass ich manchmal dachte, ich wäre in Griechenland. 















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Freitag, 25. August 2017

Sonnengruß

Sonnenverwöhnt wie wir sind diesen Sommer, nehmen wir die helle Wärme für selbstverständlich. Wir klagen über die Hitze und träumen von einer hauseigenen Klimaanlage, während ringsum die großen Baumaschinen zitternd, zischend und dampfend einen Betonblock nach dem anderen aus dem Boden stampfen. Ja, es ist oft zu trocken für Flora und Fauna - trockener und heißer als es früher war.  Und der Mensch hat einen großen Anteil daran. Aber die Sonne selbst ist unschuldig. Sie dreht sich um sich selbst und strahlt, seit Menschengedenken. Und täte sie das nicht, sähe es traurig aus auf Erden. 
Dieses Wochenende soll ihre Kraft wieder sehr intensiv zu spüren sein. Als wahres Sonnenkind freue ich mich darüber. Denjenigen unter euch, die das nicht so recht genießen können, ist wohl die Tatsache, dass selbst der schönste Sommer nicht ewig währt, ein Trost. Wie ihr auch veranlagt seid, ob Sonnenanbeter oder Nachtschattengewächs, ich wünsche euch mit diesem sonnigen Strauß aus Goldrute, Ringelblume, Sonnenauge und Königskerze ein angenehmes Wochenende!
















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Dienstag, 22. August 2017

Apfelgrün

Wie frische Sommeräpfel, wie grüne Nüsse, wie das helle Grün junger Kürbisranken, leuchten die Jadeperlen an diesen tropfenförmigen Ohrringen aus Zwetschgenholz. Das sanfte warme Braun des Holzes harmoniert mit dem frühlingshaften Grün der Perlen. Die Oberfläche des Holzteils ist fein geschliffen und poliert, was ihr einen seidigen Schimmer verleiht. Ich finde die Ohrringe wie gemacht für Frühlingstypen, also Menschen mit heller Haut, in der Sonne golden schimmerndem Haar und Sommersprossen.















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