Dienstag, 15. Juli 2014

Unkrautbekämpfung mit Geschmack

Hirtentäschel


Wir lieben unseren Garten. Nur ist diese Liebe ziemlich extensiv, um es vorsichtig auszudrücken. Nein, verwöhnt wird er bestimmt nicht, unser Garten. Eher ein wenig vernachlässigt manchmal. So schön das Wachsen und Gedeihen ist, so langweilig sind Jäten, Vereinzeln, Ausgeizen, Hochziehen und tägliches Gießen.
So sieht das Ergebnis dann auch aus: Wildwuchs so weit das Auge reicht. Der Stärkere setzt sich dabei natürlich durch. Mit viel Wohlwollen könnte man so ein Beet auch als Mischkultur bezeichnen. Aber Chaos trifft es eher.




Und weil wir oft die verächtlichen Blicke der Nachbarn im Rücken spüren und manchmal die Gurken oder die Petersilie im Dickicht nicht finden, haben wir beschlossen, dem Unkraut zu Leibe zu rücken, es rücksichtslos zu vernichten. Die radikalste Form der Vernichtung, die uns eingefallen ist, hat zu diesem Plan geführt:

Wir essen das Unkraut auf!


Ja, denn während viele Kulturpflanzen anspruchsvoll und mimosenhaft sind und permanente Aufmerksamkeit brauchen, wächst Unkraut selbst bei monatelanger Trockenheit und auf harten und kargen Böden schneller als es dem tolerantesten Gärtner lieb ist. 


Gartenmelde

Natürlich ist nicht jedes Unkraut genießbar. Schau deshalb genau, informiere dich und bereite keine unbekannten Pflanzen zu.
Nicht zu übersehen und jedem bekannt ist die Brennnessel. Ihr kann gleich - am besten solange sie jung ist und vorsichtshalber mit Handschuhen - der Garaus gemacht werden. Ebenfalls geläufig sind Sauerampfer, Vogelmiere, Schafgarbe und Gartenmelde. Aus diesen Unkräutern lassen sich Suppen, Gemüse, teilweise auch Salate und Tees zubereiten. Anstatt Unkrautjäten ist jetzt Unkrauternten angesagt. Das macht mehr Sinn, mehr Freude, bringt neue Geschmackserlebnisse und ist die einfachste und günstigste Variante um an jede Menge Vitamine und Mineralstoffe zu kommen und gleichzeitig einen gepflegten Garten zu haben.


Also - auf die Teller, fertig, los!

1 Kommentar:

  1. Hallo Attila,
    genau so mach ich es auch... so ein "wilder" Garten ist doch ein wahrer Schatzkasten. Was es da jeden Tag zu entdecken gibt - einfach herrlich. Ein zahmer Garten wäre da ja richtig gehend langweilig für unsereiner, hm? Viel Spaß am Kochen, Genießen, Schauen..... unkräuterliche Grüße... Alexia

    AntwortenLöschen